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Luftdichtheitsmessung: Unterschied zwischen den Versionen

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Aus dem Volumenstrom kann die Luftwechselrate n50 ermittelt werden. Dazu muss das Innenvolumen des gemessenen Gebäudes bekannt sein. Zur Ermittlung des Innenvolumens sind Gebäudepläne erforderlich, aus denen die Innenmaße (Größe und Höhe bzw. Volumen) der Räume hervorgehen.
Aus dem Volumenstrom kann die Luftwechselrate n50 ermittelt werden. Dazu muss das Innenvolumen des gemessenen Gebäudes bekannt sein. Zur Ermittlung des Innenvolumens sind Gebäudepläne erforderlich, aus denen die Innenmaße (Größe und Höhe bzw. Volumen) der Räume hervorgehen.
Die Messung erfolgt gemäß den Vorgaben der DIN EN13829.
Die Messung erfolgt seit 2018 gemäß den Vorgaben der DIN EN ISO 9972:2018-12, diese unterscheidet sich nur unwesentlich von der vorher vorgesehen Norm DIN EN13829.
 
Die ISO 9972 unterscheidet drei Verfahren zur Gebäudevorbereitung
* Verfahren 1: Prüfung des Gebäudes im Nutzungszustand
Die Öffnungen für freie Lüftung werden geschlossen und die Öffnungen für ventilatorgestützte Lüftung oder Klimatisierung des Gesamtgebäudes werden abgedichtet. Es sind keine weiteren Ma0nahmen zulässig.
* Verfahren 2: Prüfung der Gebäudehülle
Alle absichtlich vorhandenen Öffnungen werden abgedichtet sowie die Türen, Fenster und Falltüren geschlossen.
* Verfahren 3: Prüfung des Gebäudes zu einem bestimmten Zweck
nicht relevant.


Eine aussagefähige Messung ist nur bei Windstärken kleiner 3 Bft (Windgeschwindigkeit kleiner 20 km/h) möglich.
Eine aussagefähige Messung ist nur bei Windstärken kleiner 3 Bft (Windgeschwindigkeit kleiner 20 km/h) möglich.
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Ein Luftdichtheitstest dient auch der Qualitätskontrolle und Überprüfung der luftdichten Ebene. Fehler in der luftdichten Ebene können in einigen Fällen langfristig zu Bauschäden führen. Dringt warme Luft durch eine Undichtheit nach außen entsteht an der Durchdringungsstelle ein Temperaturgefälle. Liegt die Temperatur in diesem Bereich unter dem Taupunkt (12,6°C bei 20°C Innentemperatur und 60% rel. Luftfeuchte) fällt Tauwasser aus. Sammelt sich Tauwasser in der Dämmebene kann Schimmel entstehen. Daher ist die Leckagenortung meist wichtiger als die Messung der Luftwechselrate selbst. Die Leckagenortung kann gut bei niedrigeren Außentemperaturen und einer Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von mindestens 10 Grad mittels Thermografie erfolgen, es kann direkt die Oberflächentemperatur bestimmt werden.
Ein Luftdichtheitstest dient auch der Qualitätskontrolle und Überprüfung der luftdichten Ebene. Fehler in der luftdichten Ebene können in einigen Fällen langfristig zu Bauschäden führen. Dringt warme Luft durch eine Undichtheit nach außen entsteht an der Durchdringungsstelle ein Temperaturgefälle. Liegt die Temperatur in diesem Bereich unter dem Taupunkt (12,6°C bei 20°C Innentemperatur und 60% rel. Luftfeuchte) fällt Tauwasser aus. Sammelt sich Tauwasser in der Dämmebene kann Schimmel entstehen. Daher ist die Leckagenortung meist wichtiger als die Messung der Luftwechselrate selbst. Die Leckagenortung kann gut bei niedrigeren Außentemperaturen und einer Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von mindestens 10 Grad mittels Thermografie erfolgen, es kann direkt die Oberflächentemperatur bestimmt werden.
Für die Durchführung einer Messung sind folgende Kenndaten erforderlich:
Innenvolumen V in m<sup>3</sup>
Nettogrundfläche A<sub>F</sub> in m<sup>2</sup>
Hüllfläche A<sub>E</sub> in m<sup>2</sup>
Gebäudehöhe h in m (Schätzung ausreichend)
Das '''Innenvolumen''' ist das gesamte zu messende Volumen ohne Innenwände und Decken, oder einfacher Erklärt wird das Volumen der Räume addiert.
Die '''Nettogrundfläche''' eines Gebäudes ist die Summe aller Grundflächen, die zur Verfügung stehen, ohne die Flächen der Wände.
Die '''Hüllfläche''' ist die umschließende Außenfläche des Gebäudes.





Version vom 12. Mai 2026, 17:01 Uhr

Die Luftdichtheit der Gebäudehülle wird mit einer Luftdichtheitsmessung überprüft. Dazu wird in eine Tür- oder Fensteröffnung mit Hilfe eines verstellbaren Rahmens ein Nylontuch luftdicht eingespannt. In den elastischen Kragen des Nylontuchs wird ein Gebläse eingesetzt und damit ein Unter- oder Überdruck erzeugt. Wir erzeugen zuerst einen Unterdruck von 50Pa und führen eine Leckagensuche durch. Mit der Hand kann überprüft werden, ob an Fugen und Anschlüssen Durchdringungen der Luftdichtheitsschicht stattfinden. Ein Luftgeschindigkeitsmessgerät (Thermoanemometer) erlaubt die Beurteilung der Leckage. Mit Rauch (Rauchstift oder Nebelgerät) kann die Luftströmung auch optisch sichtbar gemacht werden. Bei einer Temperaturdifferenz von mehr als 10° zwischen innen und außen kann auch mittels Innenthermografie eine Suche der undichten Stellen erfolgen.

Aus dem Volumenstrom kann die Luftwechselrate n50 ermittelt werden. Dazu muss das Innenvolumen des gemessenen Gebäudes bekannt sein. Zur Ermittlung des Innenvolumens sind Gebäudepläne erforderlich, aus denen die Innenmaße (Größe und Höhe bzw. Volumen) der Räume hervorgehen. Die Messung erfolgt seit 2018 gemäß den Vorgaben der DIN EN ISO 9972:2018-12, diese unterscheidet sich nur unwesentlich von der vorher vorgesehen Norm DIN EN13829.

Die ISO 9972 unterscheidet drei Verfahren zur Gebäudevorbereitung

  • Verfahren 1: Prüfung des Gebäudes im Nutzungszustand

Die Öffnungen für freie Lüftung werden geschlossen und die Öffnungen für ventilatorgestützte Lüftung oder Klimatisierung des Gesamtgebäudes werden abgedichtet. Es sind keine weiteren Ma0nahmen zulässig.

  • Verfahren 2: Prüfung der Gebäudehülle

Alle absichtlich vorhandenen Öffnungen werden abgedichtet sowie die Türen, Fenster und Falltüren geschlossen.

  • Verfahren 3: Prüfung des Gebäudes zu einem bestimmten Zweck

nicht relevant.

Eine aussagefähige Messung ist nur bei Windstärken kleiner 3 Bft (Windgeschwindigkeit kleiner 20 km/h) möglich.

Bei Einzelmaßnahmen entscheidet die Vorgabe der Maßnahme ob ein Luftdichtheitstest erforderlich ist. Derzeit gibt es keine Einzelmaßnahme bei der ein solcher Test zwingend vorausgesetzt wird.

Bei einer Sanierung zum Effizienzhaus gibt es mehrere Vorgaben, die einen Luftdichtheitstest erfordern:

  • Einbau einer Lüftungsanlage
  • Ansatz einer reduzierten Luftwechselrate für die Effizienzberechnung
  • Umsetzung der EE-Klasse

Ein Luftdichtheitstest dient auch der Qualitätskontrolle und Überprüfung der luftdichten Ebene. Fehler in der luftdichten Ebene können in einigen Fällen langfristig zu Bauschäden führen. Dringt warme Luft durch eine Undichtheit nach außen entsteht an der Durchdringungsstelle ein Temperaturgefälle. Liegt die Temperatur in diesem Bereich unter dem Taupunkt (12,6°C bei 20°C Innentemperatur und 60% rel. Luftfeuchte) fällt Tauwasser aus. Sammelt sich Tauwasser in der Dämmebene kann Schimmel entstehen. Daher ist die Leckagenortung meist wichtiger als die Messung der Luftwechselrate selbst. Die Leckagenortung kann gut bei niedrigeren Außentemperaturen und einer Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von mindestens 10 Grad mittels Thermografie erfolgen, es kann direkt die Oberflächentemperatur bestimmt werden.

Für die Durchführung einer Messung sind folgende Kenndaten erforderlich:

Innenvolumen V in m3 Nettogrundfläche AF in m2 Hüllfläche AE in m2 Gebäudehöhe h in m (Schätzung ausreichend)

Das Innenvolumen ist das gesamte zu messende Volumen ohne Innenwände und Decken, oder einfacher Erklärt wird das Volumen der Räume addiert.

Die Nettogrundfläche eines Gebäudes ist die Summe aller Grundflächen, die zur Verfügung stehen, ohne die Flächen der Wände.

Die Hüllfläche ist die umschließende Außenfläche des Gebäudes.